Kardinal Sarah spricht vor dem Europäischen Parlament: Europa kolonisiert Afrika erneut
Er sprach von „ideologischer Kolonisierung“ und argumentierte, dass das moderne Europa zunehmend versuche, die afrikanische Gesetzgebung durch Handelsabkommen, Entwicklungshilfe und diplomatischen Druck zu beeinflussen.
Worte haben eine Bedeutung
Zu Beginn seiner Rede stellte Sarah die Frage, ob Europa und Afrika noch ein gemeinsames Verständnis der Sprache teilen, die die internationale Diplomatie prägt.
„Können wir uns noch gegenseitig verstehen? Haben die Begriffe, die wir verwenden – Menschenrechte, Würde, Entwicklung, Freiheit, Gesundheit, Geschlecht, Familie – noch dieselbe Bedeutung für diejenigen, die sie in Brüssel, Straßburg, Kampala oder Conakry aussprechen?“
Inkonsistenz ist beabsichtigt
Eines seiner Beispiele ist der Ausdruck „sexuelle und reproduktive Gesundheit“, der oft Abtreibung bedeutet. Ein weiteres Beispiel ist der Begriff „Geschlechtergleichstellung“, der die Aufhebung des im menschlichen Körper verankerten Geschlechtsunterschieds zwischen Mann und Frau bedeuten kann.
Kardinal Sarah argumentierte, dass diese Mehrdeutigkeit es ermögliche, umstrittene gesellschaftspolitische Maßnahmen durch diplomatische Abkommen einzuführen, ohne deren Auswirkungen offen anzuerkennen.
Worte als Instrument der Perversion
Der Kardinal argumentierte, dass die Sprache selbst zu einer politischen Waffe geworden sei: „Ein Vertrag, eine Resolution oder ein Aktionsplan, der ungenaue und mehrdeutige Begriffe verwendet, ist kein Instrument der Zusammenarbeit, sondern ein Instrument der Perversion und der stillen Macht.“
Er vertrat die Ansicht, dass derjenige, der die Bedeutung der Wörter kontrolliert, letztendlich auch den Ausgang von Verhandlungen kontrolliert, und bezeichnete dies als „eine Form des kulturellen und wirtschaftlichen Neokolonialismus“.
Afrikanische Länder greifen nach vergiftetem Geld
Kardinal Sarah widmete dem Samoa-Abkommen (2023) und anderen EU-Kooperationsrahmenwerken mit afrikanischen Staaten besondere Aufmerksamkeit.
„Hier zeigt sich auf nachweisbare Weise die ideologische Kolonisierung: der Einsatz von Handel und Finanzen, um in das Straf- und Familienrecht eines souveränen Staates einzugreifen, was einen direkten Verstoß gegen das Prinzip der Selbstbestimmung der Völker darstellt.“
AI-Übersetzung