10. Mai Hl. Antoninus.
Dominikaner, Erzbischof von Florenz
* im März 1389 in Florenz in Italien
† 2. Mai 1459 daselbst
www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Antonius_von_Fl…
DE PAPA HÆRETICO
... Papa pro crimine quantumcumque notorio non est deponendus ... nisi pro peccato hæresis, de qua etiam si vellet se corrigere et emendare, non deberet deponi ... Pro ipsa autem hæresi congrue ipso facto deponitur, quia Papa eligitur in caput totius Ecclesiæ, iuxta illud Eph 1 [22 sq.]: | ipsum, scilicet Christum, dedit caput super [vg: supra] omnem Ecclesiam, quæ est corpus eius [vg: ipsius]. Papa autem repræsentat personam Christi ...; capitis autem est influere vitam omnibus membris. Principium autem vitæ spiritualis est fides, quia sine fide impossibile est placere Deo (ait Apostolus [Hebr 11, 6]). Si ergo Papa deprehendatur a fide devius, mortuus est ipse Papa vita spirituali et per consequens aliis vitam influere non potest, unde sicut homo mortuus non est homo, ita Papa in hæresi deprehensus non est Papa, quia ipso facto est depositus.
... eo ipso quo hæreticus est ab Ecclesia est præcisus; non potest autem caput a corpore præcisum, quamdiu est præcisum, caput esse illius corporis a quo est præcisum, unde Papa per hoc desinit esse caput corporis Ecclesiæ; et sic hæreticus non potest esse nec manere Papa, quia extra Ecclesiam non possunt haberi claves Ecclesiæ. Per alia autem peccata est caput languidum, quod non propter hoc desinit esse caput nec potest a membris per consequens iudicari. (S. Antonini archiep. Florent. Summæ sacræ theologiæ, iuris Pontificii et Cæsarii Tertia Pars, tit. XXII, cap. 5, Venetiis 1582, fol. 393v - 394r)
Der Papst ist wegen eines Verbrechens, so bekannt es auch sei, nicht abzusetzen ..., es sei denn wegen der Sünde der Häresie; aber auch wenn er sich diesbezüglich korrigieren und bessern wollte, dürfte er nicht abgesetzt werden. Wegen Häresie aber geht er durch die Tat selbst gebührenderweise des Amtes verlustig, weil der Papst zum Haupte der ganzen Kirche gewählt wird, gemäß Eph 1, 22 f.: ihn, nämlich Christus, hat er zum Haupte über die ganze Kirche gegeben, die sein Leib ist. Der Papst repräsentiert aber die Person Christi ...; dem Haupte kommt es nun zu, allen Gliedern Leben einzuflößen. Der Anfang des geistlichen Lebens aber ist der Glaube, weil es ohne Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen (wie der Apostel sagt [Hebr 11, 6]). Wenn also der Papst als vom Glauben abweichend befunden werden sollte, ist er selbst geistlich tot und kann folglich anderen das Leben nicht einflößen. Wie ein toter Mensch nicht mehr Mensch ist, so ist daher ein der Häresie überführter Papst kein Papst, weil er durch die Tat selbst abgesetzt ist.
... dadurch, daß er häretisch ist, ist er von der Kirche abgeschnitten; ein vom Leibe getrenntes Haupt kann aber nicht, solange es getrennt ist, Haupt jenes Leibes sein, von welchem es abgeschnitten ist, weswegen der Papst hierdurch aufhört, Haupt des Leibes der Kirche zu sein; und darum kann ein Häretiker weder Papst sein noch bleiben, weil man außerhalb der Kirche nicht die Schlüsselgewalt der Kirche besitzen kann. Aufgrund anderer Sünden aber ist er ein sieches Haupt, das nicht deswegen aufhört, Haupt zu sein und von den Gliedern folglich nicht gerichtet werden kann.