Christ Eibenzweig

Die Predigt von Bischof Fellay - Seminary SSPX USA:
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Ein Zeitzeugnis 🙏

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Katrin Kaufmann teilt das

Aktuelle Predigt von Bischof Fellay.

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Lisi Sterndorfer

Predigt von Bischof Fellay am 21. März 2026:
An diesem Tag vor dem Passionssonntag, einem Tag, der traditionell den Weihen gewidmet ist, sehen wir sogar in den Rubriken der heutigen Messe diesen Hinweis auf die Weihen. Es ist sehr selten, dass wir das im Messbuch finden, aber heute steht es geschrieben, es wird erwähnt: Weihen. Abgeschafft – sie werden zu dieser Rasse gehören, die ausgestorben ist. Man will nicht mehr davon hören. Warum hören wir dennoch davon? Es muss sich um etwas Wichtiges handeln, um eine Tatsache.
Bevor die Kirche Ihnen diese wichtigen Dinge anvertrauen will, verlangt sie von Ihnen eine endgültige Entscheidung. In der Ermahnung des Bischofs wird ganz deutlich gesagt: Bis jetzt können Sie zurück – nachher gibt es kein Zurück mehr. Heute, ganz interessanterweise, hat man diesen Schritt auf die Diakonatsweihe verschoben, und es scheint, man spricht nur noch vom Zölibat. In der Ermahnung wird jedoch deutlich das Wort „castitas“ verwendet, also nicht nur der Verzicht auf die Ehe oder auf eine Familie, sondern tatsächlich – implizit – die geliebte Keuschheit, viel umfassender verstanden.
Warum? Es wird auch gesagt: zum Dienst, zum Dienst Gottes. Das Wichtigste, das Ihnen anvertraut wird, ist mit dem Opfer Christi, mit der heiligen Messe verbunden. Sie werden einen deutlichen Anteil an diesem Opfer haben. Sie sind es, die die Opfergabe auswählen. Aus den profanen, aus den irdischen Gütern wählen Sie etwas aus, das für die heilige Messe bestimmt wird – die Materie, die dann zur Opfergabe wird. Und noch klarer: Sie werden ein Tröpfchen Wasser in den Kelch geben. Die Kirche hat in diesem Tröpfchen Wasser immer das Mitwirken der ganzen Kirche verstanden, der Mitglieder der Kirche am Opfer Christi. Sie werden das tun im Auftrag der ganzen Kirche.
Wer sind Sie? Sie sind gleichsam die Summe aller Beteiligung der Christgläubigen am Opfer Christi, an der heiligen Messe. Deshalb die Weihe. Dann aber sind Sie es auch, die die heiligen Gefäße berühren werden: Patene und Kelch dürfen Sie dann berühren. Wenn man heute sieht, was man daraus gemacht hat, wenn man sieht, wie nicht nur die Patene, sondern sogar der kostbare Leib Christi einfachen Laien in die Hände gegeben wird – was für ein Unterschied! Man merkt daran, wie der Glaube schmilzt. Diese Achtung vor allem, was den kostbaren Leib Christi berührt, dass nur Sie es berühren dürfen: Patene, Kelch, die Altartücher. Sie werden beauftragt, diese zu waschen, und es wird genau beschrieben, wie sie es tun sollen – dreifach, nicht mit gewöhnlichem Wasser. Und wohin dieses Wasser gehen soll: man sieht diese Sorge, man sieht den Ausdruck des Glaubens an die Realpräsenz. Es geht nicht um ein Stück Brot, es geht um den Gottmenschen, um sein kostbares Blut. Und wiederum: erst nach diesem Akt, der im religiösen Leben der ewigen Profess entspricht, dürfen Sie diese Gefäße berühren.
Mit diesem direkten Auftrag zum Opfer gibt es einen zweiten Auftrag, der aus dem ersten fließt. Da beschreibt der Bischof den Altar. Sie werden Sorge tragen für den Altar, für die Tücher, die ihn umhüllen. Und da wird gesagt: Der Altar ist Christus, und diese Tücher sind die Christgläubigen. Und so, wie Sie Sorge tragen sollen für die Einheit der Altartücher, so sollen Sie auch schon jetzt Sorge tragen für die Einheit der Gläubigen. Das eine fließt aus dem anderen, so wie die Gnade vom Altar ausgeht.
Noch ein anderes Wort, das für heute so wichtig ist: Plötzlich kommt in dieser Ermahnung ein Wort über den Glauben. Die Worte sind unglaublich stark, als ob sie für heute geschrieben wären: Alles, was nicht aus dem Glauben ist, ist Sünde, ist schismatisch. Diese letzten Tage haben wir dieses Wort gehört, nicht wahr? Und hier heißt es: Alles, was nicht aus dem Glauben kommt, ist schismatisch. Der erste Grund, das Fundament der Einheit der Kirche, ist der Glaube. Und wenn dieser Glaube verschwindet, dann bleibt nichts mehr – nichts mehr vom Übernatürlichen. Dann nützt es nicht einmal mehr, von Schisma zu sprechen: es ist vorbei. Die größte Sünde, die alles zerstört, ist die Sünde gegen den Glauben. Wer vom Glauben abfällt, verliert alles.
Und so hören wir von unserem lieben Erzbischof: Niemand, nicht einmal die höchste Autorität, kann oder darf unseren Glauben zerstören oder vermindern. Wenn die Autorität das tut, ist das ein Missbrauch. Es ist so wichtig, dass Begriffe wie Gehorsam, Unfehlbarkeit oder oberste Gewalt – die wir dem Heiligen Vater zuschreiben, ganz klar – richtig verstanden werden. Jede Autorität auf Erden ist immer bedingt, sie ist nicht absolut, sondern auf das Ziel der Gemeinschaft hingeordnet. Und das Ziel der Kirche ist das höchste: das Heil der Seelen. Deshalb ist auch die Autorität, die alle Mitglieder der Kirche auf dieses Ziel hin einen soll, die höchste – aber nur insofern sie sich auf dieses Ziel hin ausübt.
Wenn diese Autorität missbraucht wird und nicht mehr auf dieses Ziel ausgerichtet ist, dann hat sie ihren Wert, ihre Kraft verloren. Heute besteht die große Gefahr, dass man Gehorsam, Unfehlbarkeit und oberste Gewalt von der Realität trennt. Man will sie nur noch dem Subjekt der Autorität zuschreiben und sieht nicht mehr den Gegenstand. Die gesunde Philosophie sagt uns aber: Ein Akt wird durch seinen Gegenstand bestimmt. Und das vergisst man. Wenn man versucht, die Autorität daran zu erinnern, will sie es nicht hören; man versteckt sich hinter der Unfehlbarkeit: „Ich bin vom Heiligen Geist assistiert“, und man sieht die Realität nicht mehr.
Dabei ist es so wichtig: Der Gehorsam, die Anordnung, muss immer der rechten Vernunft entsprechen. Ein Gesetz ist immer ein Akt des Verstandes, es muss vernünftig sein und nicht widersinnig. Wenn es zerstört, dann widerspricht es diesem Verstand. Gewiss, wenn wir von der Kirche sprechen, ist es nicht nur der menschliche Verstand, sondern der durch den Glauben erhobene Verstand – aber gerade deshalb müssen wir auf diesem Fundament bleiben. Sonst wird die Autorität wie ein Ferrari ohne Gang: Der Motor ist da, macht viel Lärm, aber bewegt sich nicht mehr, weil die Verbindung zur Wirklichkeit fehlt.
Die Sorge für die Gläubigen, die Sorge für die Kirche wird Ihnen auch im Gebet anvertraut – im Brevier. Das ist Ihre Aufgabe: das göttliche Offizium. Im Namen der Kirche, für die Kirche zu beten, den ganzen Tag, jeden Tag. Es ist kein bloß persönliches Gebet. Auch wenn Sie allein beten, ist es ein öffentliches Gebet. Sie beten im Namen und für die ganze Kirche. Es ist gleichsam eine Ausdehnung des Opfers der heiligen Messe über den ganzen Tag hinweg, im selben Geist und mit denselben Absichten, nämlich denen unseres Herrn.
Die Kirche will Ihnen heute all diese Ämter anvertrauen. Gehen wir also zur Mutter, zur Mutter der Priester. Wir wollen ihr diese Weihe anvertrauen, ebenso die Zukunft. Möge sie, die Königin des Himmels und der Erde, die Mutter der Kirche und des Priestertums, bei Ihnen sein, Sie schützen und Sie in diesem Dienst Gottes leiten, damit Sie sich darin heiligen und weitergehen zu den höheren Stufen, damit Sie alle Gnaden empfangen, die der liebe Gott Ihnen geben will, wenn Sie darum bitten – zur größeren Ehre Gottes und zum Heil der Seelen.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Klaus Elmar Müller

Deo gratias! Nur eine Bitte an Exzellenz Bischof Fellay: Er sollte dem Satz "Außerhalb der Kirche kein Heil" auch hinzufügen, dass jene, die schuldlos die Wahrheit nicht kennen, dennoch gerettet werden können.

Bethlehem 2014

@Klaus Elmar Müller Da stimme ich Ihnen zu, möchte aber ergänzen, daß sie gerettet werden, weil sie ja zur Kirche gehören.

@Bethlehem 2014 Es stimmt nicht, dass alle Ungetauften in die Hölle kommen. Das sah wohl der hl.Augustinus so, aber die Kirche dann doch nicht. Mein obiger Satz gilt z.B. auch für Hindus oder Muslime, die ihrem Gewissen gemäß lebten.

Bethlehem 2014

... genauso hatte ich es verstanden!